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Leben heißt, auch mal nach Rechts und Links zu schauen!

Tempelhof, bei uns im Dorf

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Bei uns im Dorf (Berlin) streiten die Dorfpolitiker sich medienwirksam und polemisch über das Für- und Wider des Weiterbetriebs des Flughafens Tempelhof.

Wie üblich bei solchen Debatten verlässt die Sprache schnell das Fundament des Rationalen und man gleitet in den üblichen Lagerkampf ab.
Die Gegner des Flughafens stempeln den Flughafen nun als steuerfinanzierten Bonzenflughafen ab und setzen voll auf Neiddebatte. Die Befürworter des Flughafens haben ein Mantra entwickelt das ungefähr so lautet „der Flughafen hat uns alle gerettet, jetzt müssen wir ihn retten“ .

Wie immer wenn es um wichtige Entscheidungen geht setzt man also als erstes auf Herz und nicht auf Hirn.
Ein paar Zahlen,
– in Tempelhof werden ca. 600.000 Passagiere abgefertigt bei ca. 25.000.000 pro Jahr in Berlin eine eher überschaubare Zahl (ca. 2,4 %)
– die öffentliche Hand finanziert den Flugbetrieb in Tempelhof mit ca. 6.000.000€ pro Jahr (10€ pro Passagier)
– Trotz Schließung ist der Erhalt des Denkmal geschützten Gebäudes (längstes Gebäude Europas) jedoch auch mit ein paar Millionen veranschlagt.

Die Behauptung der Flughafen Gegner es handelt sich um einen “Bonzenflughafen“ ist also nicht unbegründet. Für mich ist das allerdings kein Schließungsgrund sondern ein Argument pro Tempelhof auch wenn ich mich selber nicht zu den „Bonzen“ zähle.

Gut betuchte Businessflieger sind in allen Städten der Welt gern gesehene Besucher, gut betuchte Businessflieger haben in der Regel aber auch weniger Zeit und entschieden natürlich auch ob einer schlechten, guten oder sehr guten Anbindung ob sie zu einem Termin kommen wollen oder nicht.
Berlin kann sich Sätze wie „München ist schrecklich, man kommt ja nicht vom Flughafen weg“ nicht leisten.

Gut betuchte Businessflieger (Bonzen) sind aber durchaus in Lage die 10€ pro Flug mehr zu bezahlen und damit auf Förderungen durch die öffentliche Hand zu verzichten. (Ich denke auch, das das Taxi von Schönefeld nach Mitte mehr kostet und zwei Flaschen Wasser im InterConti sind auch teurer).
Also Tempelhof offen lassen, aber bitte Subventionsfrei. Lasst uns den roten Teppich ausrollen für alle die in Berlin ihr Geld ausgeben oder investieren wollen. BBI kann nicht durch Tempelhof gefährdet sein, die jährlichen Flugzahlen liegen aktuell 10% höher als im Planfeststellungsverfahren bedacht, d.h. in BBI werden mehr Fluggäste abgefertigt als geplant, trotz Tempelhof.

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Written by Sascha Schubert

April 6, 2008 um 8:10 pm

Veröffentlicht in Politics

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