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Leben heißt, auch mal nach Rechts und Links zu schauen!

Gutes Recht, schlechtes Recht – inspiriert durch Erwin Huber

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Neulich las ich in einer Zeitung ein Zitat von Erwin Huber, er sagte sinngemäß „unser Steuerecht ist so kompliziert, weil es so vielen Einzelfällen gerecht werden müsse, ein gerechtes Steuerecht muss deswegen immer etwas kompliziert sein“.

EINSPRUCH Herr Huber

Ein simples Beispiel zeigt wie ungerecht unser Steuerrecht ist.
In Deutschland ist es möglich, Spenden bei der Berechnung der eigenen Steuerlast abzusetzen. Der Deutsche Fiskus will so bürgerschaftliches Engagement der Bürger belohnen. Die Absetzbarkeit wird hier zu Lande so dargestellt, das der Spendenbeitrag das zu versteuernde Einkommen reduziert und damit die persönliche Steuerlast senkt.

Nun ist das deutsche Steuerrecht aber besonders gerecht und arbeitet nach dem Prinzip „die starken Schultern sollen mehr tragen als die schwachen Schultern“ woraus unsere Politiker einen progressiv ansteigenden Steuersatz gemacht haben. Für Spenden führt diese Steuerprogression nun zu einem aus meiner Sicht sehr unfairem Ergebnis. Personen mit höherem Einkommen erhalten bei gleicher Spendenhöhe höhere Beiträge zurück als Steuerpflichtige mit niedrigem Einkommen oder bei niedrigeren Spenden die gleichen Beträge.

Beispiel:
Person A ist Müllerwerker bei der Stadt Gelsenkirchen, verheiratet, zu versteuernden Einkommen (ZVE) 18.400€ Euro, Spende 360€ für WorldVision pro Jahr

Person B ist Zahnarzt, verheiratet, ZVE 213.000€ Spende für WorldVision 180€

Person A wird für sein bürgerschaftliches Engagement ca. 68€ vom Finanzamt zurück bekommen, Person B bekommt trotz einer Spende in nur halber Höhe ebenfalls 68€ zurück. (Splittingtabelle 2007).

Für mich ist das kompliziert und ungerecht Herr Huber.

Experten werden jetzt sagen, „ja der Effekt ist ja bei der Absetzbarkeit von Werbungskosten der gleiche“. Dies stimmt, der Effekt ist der gleiche, allerdings fallen Werbungskosten bei der Einkommensentstehung, wenn ich z.B. im Auto zur Arbeit fahre, an, Spenden hingegen sind jedoch Teil der Einkommensverwendung und sollten deshalb unabhängig vom persönlichen Einkommen behandelt werden. Andere Teile der Einkommensverwendung (Brötchen kaufen) sind ja auch für A und B gleich.

Das Englische Modell ist hier schlauer, unabhängig von der persönlichen Einkommenssituation gibt hier der Staat einen 28% Bonus auf Spenden, d.h. aus einer 100€ Spende werden so auf dem Weg zur Spendenorganisation 128€.

Das ist einfach und fair Herr Huber

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Written by Sascha Schubert

April 10, 2008 um 7:10 pm

Veröffentlicht in Nicht kategorisiert

2 Antworten

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  1. Offensichtlich bin ich zum Glück nicht der Einzige, der mit so mancher Aussage von Erwin Huber unzufrieden ist, was mich ein wenig beruhigt.

    Dein Beispiel finde ich jetzt nicht sonderlich kompliziert – ungerecht ist es aber auf jeden Fall!

    romanmoeller

    April 15, 2008 at 12:12 pm

  2. Ein Ansatz beim ZVE ist auf jeden Fall komplizierter als eine direkte Steuergutschrift.

    Wenn man ehrlich ist, dann weiß kaum jemand wieviel er nach Steuern gespendet hat.

    Sascha Schubert

    April 15, 2008 at 3:07 pm


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